Leichlingen, 30.4.2000
Nahum
Nahum war ein Prophet in Judäa und lebte so um die Zeit von 612 vor Chr.
Das Thema des
Buches Nahum ist im ersten Vers beschrieben:
Nahum 1, 1;
1
Ausspruch über Ninive. Das Buch der Schauung des Nahum aus
Elkosch.
Es geht hier um Ninive.
Ninive war die Hauptstadt von Assur, welches zu seiner Zeit das mächtigste Reich auf Erden war.
90 Jahre vor Nahum
hatte Assur das Nordreich Israel erobert und seine Bewohner
verschleppt.
Die wenigen Israeliten, die im Land blieben,
vermischten sich mit nachher angesiedelten Völkern und das Volk
der Samariter entstand.
Assur hatte noch viele andere Länder
erobert, aber zur Zeit Nahums ging die Zeit Assurs schon dem Ende
entgegen.
Assur wurde dann von Babylonien besiegt.
Ninive ist ja in erster Linie aus dem Buch Jona bekannt und auch da wird deutlich, dass es sich um eine Stadt handelt, wo die Sünde regiert.
Das Buch Nahum
besteht aus drei Kapiteln.
Im ersten Kapitel wird das Wesen Gottes
und sein Umgang mit seinen Feinden beschrieben.
Im zweiten Kapitel
wird die Zerstörung Ninive angekündigt.
Und im dritten
Kapitel wird Ninives Schuld und Strafe beleuchtet und nochmals die
Vernichtung angekündigt.
Ich möchte den Schwerpunkt auf Gottes Wesen legen.
Kap. 1, 2-6;
2 Ein eifersüchtiger und rächender Gott ist der HERR, ein Rächer ist der HERR und voller Grimm. Rache übt der HERR an seinen Gegnern, und er grollt seinen Feinden. 3 Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Kraft. Doch keinesfalls läßt der HERR ungestraft. - Im Sturmwind und im Unwetter ist sein Weg, und Gewölk ist der Staub seiner Füße. 4 Er bedroht das Meer und legt es trocken. Alle Flüsse läßt er versiegen. Es welken Basan und Karmel, die Blüte des Libanon welkt. 5 Die Berge erbeben vor ihm, und die Hügel zerfließen. Vor seinem Angesicht hebt sich die Erde, das Festland und alle, die darauf wohnen. 6 Wer kann vor seinem Groll bestehen, wer standhalten bei der Glut seines Zorns? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer, die Felsen bersten durch ihn.
Von diesen 5 Versen zitiert man normalerweise nur V.3a (Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Kraft) ;-)
Hier ist Gottes
Wesen allgemein beschrieben.
Die Beschreibung ist natürlich
nicht komplett, es fehlt z.B. die wichtige Aussage aus 1. Joh. 4, 8 ,
dass Gott Liebe ist.
Aber in dem gelesenen Abschnitt werden Wesenszüge Gottes geschildert, die in der heutigen Zeit nicht mehr gerne gehört werden.
Ich will allerdings
gar nicht in den Chor einstimmen, dass Gott früher wenigstens
noch gefürchtet wurde.
Gott wurde gar nicht so gefürchtet,
man hatte viel eher Angst vor den Vertretern einer entarteten,
mittelalterlichen Kirche als Furcht vor Gott.
In Ländern, wo
es immer noch so mächtige Staatskirchen gibt, wie z.B. die
katholische Kirche in streng-katholischen Ländern, da gibt es
immer noch Leute, die sich vor dem Pfarrer fürchten.
Der
Pfarrer kann mit ein paar Worten Leute zu Ausgestoßenen machen
und wenn man nicht auf den Pfarrer hört, dann kommt man
vielleicht nicht in den Himmel, so denken sicherlich nicht
wenige.
Auch in Ländern mit einer griechisch-orthodoxen
Staatskirche kann das so sein.
Bei einem Einsatz in Rumänien,
wo wir neue Testamente und ein paar Schriften verteilt haben, hat
eine Frau nur heimlich mit uns gesprochen, weil sie nicht wollte,
dass der Priester das mitbekommt.
Angst vor Menschen
ist etwas anderes als Furcht vor Gott.
Furcht vor Gott kann
allerdings bedeuten, dass man auch mal Angst vor Gott hat.
Aber wir wollen uns mal das Wesen Gottes ansehen, um zu erkennen, warum Gott zu fürchten ist.
Im
V.2 geht es direkt heftig los:
Ein eifersüchtiger
und rächender Gott ist der HERR, ein Rächer ist der HERR
und voller Grimm. Rache übt der HERR an seinen Gegnern, und er
grollt seinen Feinden.
Eifersucht, Rache, Grimm, das hört sich ja alles ziemlich
negativ an.
Aber überlegen wir mal, was diese Begriffe
bedeuten.
Hinter Eifersucht
steckt die Angst, dass man eine Person oder eine Sache an jemand
anderes verliert.
Dieses Wort wird in erster Linie in Zusammenhang
mit Beziehungen verwendet.
Eifersüchtige Menschen tun aus
Eifersucht oft unüberlegte Dinge, Kurzschlussreaktionen, und
machen damit noch mehr kaputt, als es vorher schon war.
Manchmal
glauben auch Menschen Anspruch auf jemand zu haben und sind
eifersüchtig, obwohl sie überhaupt kein Anrecht an der
betreffenden Person haben.
Oft redet der Eifersüchtige sich
auch noch ein, dass er selbst der Beste für den anderen
wäre.
Aber in Wirklichkeit denkt er in erster Linie nur an
sich selbst.
Doch wie sieht
Gottes Eifersucht aus ?
Gott hat einen berechtigten Anspruch auf
jeden Menschen, weil er jeden Menschen gemacht hat.
Trotzdem
zwingt er keinen in sein Himmelreich.
Gott tut aus Eifersucht
keine unüberlegten Dinge, weil nicht menschlich unbeherrscht
ist.
Aber das wichtigste ist, dass Gott jeden Menschen wirklich
liebt und damit wirklich der einzig richtige für jeden Menschen
ist.
Jeder andere Gott, den sich ein Mensch auswählt, führt
ihn ins Verderben.
Gott ist das Beste, was einem Menschen
passieren kann, und deswegen ist Gottes Eifersucht ein
Ausdruck seiner Liebe.
Rache scheint
zutiefst menschlich zu sein.
In jeder menschlichen Gesellschaft
gibt es eine Form der Rache.
Häufig möchte man sie mit
dem Ausdruck gerechte Rache rechtfertigen.
In dem
Ausdruck heimzahlen steckt das auch drin.
Mir hat
jemand was angetan, also gebe ich es ihm zurück..
Aber unter Menschen
wird oft mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt.
Ich gebe es
ihm zurück und noch einen drauf.
Menschliche Rache
führt oft zu einer Spirale der Rache.
Weil man selbst immer
ein bisschen mehr zurückgibt als man gelitten hat, gibt der
Gegner auch noch ein bisschen mehr zurück, und so weiter und so
fort.
In manchen
Gesellschaften gibt es das Prinzip der Blutrache.
Hat jemand von
Sippe A jemanden aus Sippe B beleidigt, dann bringt jemand aus Sippe
A denjenigen aus Sippe B um. Die lassen das natürlich nicht auf
sich sitzen und bringen dafür auch einen oder mehr aus Sippe A
um.
Das geht dann so weit, dass Leute von manchen Sippen nur noch
auf der Flucht leben können.
Einem Außenstehenden ist schnell klar, dass das totaler Irrsinn ist, aber wenn man in diesem Denken drinsteckt, hält man das für ehrenhaft und gerecht.
Aber auch in unserer Gesellschaft neigt man zur Rache, alleine wenn man bedenkt, wieviel Prozesse in unserer Zeit wegen Belanglosigkeiten geführt werden.
Gott hat diese Rachespirale in Israel mit Hilfe des Gesetzes zu bremsen versucht: Auge um Auge, Zahn um Zahn (2. Mose 21, 24), nicht mehr!
Ich behaupte mal,
dass menschliche Rache selten oder nie zur Gerechtigkeit führt.
Die
meisten wollen auch nicht deswegen Rache, sondern wegen des guten
Gefühls (Rache ist süß).
Wie sieht das nun
mit Gottes Rache aus ?
Römer 3, 4; Gott ist
wahrhaftig, aber jeder Mensch ein Lügner.
Römer
3, 10; Da ist kein Gerechter, auch nicht einer
Die menschliche Rache führt selten oder nie zur Gerechtigkeit,
weil der Mensch an sich ungerecht ist.
Gott dagegen ist gerecht
und deswegen führt seine Rache zur Gerechtigkeit.
Wenn Gott
jemanden straft und für dessen Verhalten Rache übt, dann
ist das immer gerecht.
Gott geht sogar so weit, dass wir die Rache ganz ihm überlassen
sollen.
In Römer 12, 14-21 steht, dass für unsere
Peiniger beten sollen, dass wir sie segnen sollen und ihnen Gutes tun
sollen.
Die Rache übernimmt Gott. Wir sollen seinem Zorn und
seiner Rache Raum geben und das geht anscheinend nicht, wenn wir das
selbst übernehmen.
Mein ist die Rache; ich will
vergelten, spricht der Herr.
Nur dann wird es eine
gerechte Rache geben.
Dazu kommt, dass es natürlich schwerer wird, weitere
Rachegelüste zu haben, wenn man dem Betreffenden Gutes tut und
sie segnet.
Das ist sicherlich auch ein Ziel Gottes.
Bei menschlichem Grimm denkt man zuerst wohl an einen Kinderschreck,
der durch sein grimmiges Aussehen die Kinder erschreckt.
Grimm
wird auch häufig in der Bibel mit Zorn
übersetzt.
Manche bezeichnen ihren Zorn ja auch als
gerechten Zorn.
Doch die Bibel sagt in Jakobus 1, 20;
Eines Mannes Zorn
wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.
Deshalb sollten wir
mit unserem Zorn oder gar Zornausbrüchen sehr vorsichtig sein
und uns lieber in Selbstbeherrschung üben.
Manche
rechtfertigen ihren Zorn mit ihrem Temperament und sagen: Ich
bin halt so.
Aber mir kommt das oft wie eine dünne
Ausrede vor, für mangelnde Bereitschaft sich von Gott verändern
zu lassen, oder einfach für mangelnde Disziplin.
Wie sieht es mit Gottes Grimm oder Zorn aus ?
Hier gilt dasselbe
wie bei der Rache.
Genauso wie nur Gottes Rache wirklich
gerecht ist, genauso ist nur Gottes Zorn wirklich gerecht.
Nur
hier kann man wirklich von einem gerechten Zorn sprechen.
In V. 3 wird auch deutlich, dass es sich bei Gott auch nicht um
unkontrollierte Zornausbrüche handelt, denn er ist langsam
zum Zorn.
Es dauert also eine Weile, bis sich Gott
wirklich aufregt.
Dieses langsam zum Zorn ist
übrigens auch eine Anweisung an uns (Jak. 1, 19).
In V.3 steht auch noch groß an Kraft und in
den folgenden Versen wird die Kraft seines Zorns
beschrieben:
Im
Sturmwind und im Unwetter ist sein Weg, und Gewölk ist der Staub
seiner Füße. 4 Er bedroht das Meer und legt es trocken.
Alle Flüsse läßt er versiegen. Es welken Basan und
Karmel, die Blüte des Libanon welkt. 5 Die Berge erbeben vor
ihm, und die Hügel zerfließen. Vor seinem Angesicht hebt
sich die Erde, das Festland und alle, die darauf wohnen. 6 Wer kann
vor seinem Groll bestehen, wer standhalten bei der Glut seines Zorns?
Sein Grimm ergießt sich wie Feuer, die Felsen bersten durch
ihn.
Manchmal stehen wir
in der Gefahr zu vergessen, dass Gott allmächtig ist, weil wir
bisher noch keinen Hügel zerfließen sahen.
Aber Gott
ist kein Showmaster, der durch eindrucksvolle Darbietungen Leute
beeindrucken oder erschrecken will.
Gott möchte durch seine
Güte Menschen zur Umkehr führen (Römer 2, 4).
Und
seine Güte wird schon allein dadurch deutlich, wenn man
überlegt, wie oft er zu Recht zornig auf uns sein könnte
und seine Kraft gegen uns einsetzen könnte und es nicht
tut.
Wenn wir die Kraft seines Zorns nicht sehen, dann ist das
kein Zeichen von Schwäche sondern von Güte.
Das wird
auch deutlich in bezug auf Strafe.
Doch keinesfalls läßt der Herr ungestraft.
:
Bezieht sich das auf alles, was wir tun ?
Was tut denn der
gewöhnliche Mensch so Schlimmes ?
Was tue ich denn so
schlimmes ?
Wenn Gott gerecht ist, dann wird er jede böse Tat von einem Menschen bestrafen.
Das bedeutet, dass alle unsere Taten Konsequenzen nach sich
ziehen.
Aber nicht nur die Tat, auch schon die Absicht zur bösen
Tat ist in Gottes Augen genauso übel wie die Tat selbst (z.B.
Ehebruch, Matth. 5, 28).
Gott hält sich mit dem Strafen schon ganz schön zurück,
weil er wie schon erwähnt langsam zum Zorn
ist. Aber die Strafe wird kommen.
Und dann ist man verloren;
alleine, wenn man schon seine Taten sieht, wird es düster.
Wenn
Gott dann noch die Tatabsichten heranzieht, dann hat man verloren.
Ich muss hier allerdings einen wichtigen Einschub machen:
Gott hat
einen Ausweg geschaffen: Jesus Christus.
In Jesaja 53, 5 steht:
Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden
Gott als gerechter Gott kann nicht ungestraft lassen, aber die Strafe
kann auf Jesus umgelenkt werden, so wie ein Blitzableiter.
Jesus
selbst hat nie gesündigt und musste deswegen auch nicht bestraft
werden.
Daher konnte er die Strafe von anderen tragen.
Und das
tut er für alle, die zu ihm kommen, und ihre Schuld zu ihm
bringen.
Nur wer die ganze Schuld zu Jesus bringt, geht straffrei
vor Gott aus; ganz oder gar nicht.
Und das ist auch Gottes Ziel mit uns.
Das strebt er an, wenn er
uns wie oben erwähnt mit seiner Güte zur
Umkehr führen will.
Und was Jesu Jüngern auf Erden noch als Strafe empfinden, ist in
Wirklichkeit nur eine Form der Erziehung.
Alle Schuld von Jesu
Jüngern ist vor Gott völlig vergeben.
Kommen wir zum Buch Nahum zurück.
Was wir noch nicht
betrachtet haben, ist, wie die Strafe Gottes hier im Buch
Nahum eigentlich beschrieben wird.
Wir haben bis jetzt intensiv
nur die ersten sechs Verse aus Nahum betrachtet.
Aber ich denke,
dass war wichtig, um den Rest des Buches besser verstehen zu können.
Ich möchte jetzt die weiteren Abschnitte des Buches etwas im Schnelldurchgang durchgehen.
7 Gut ist der HERR. Er ist ein Zufluchtsort am Tag der Bedrängnis; und er kennt die, die sich bei ihm bergen. 8 Doch mit einer überschwemmenden Flut wird er ihrem Ort (damit ist Ninive gemeint) ein Ende machen, und Finsternis wird seine Feinde verfolgen. 9 Was plant ihr gegen den HERRN? Ein Ende macht er. Nicht zweimal wird sich die Not erheben. 10 Denn wenn sie auch wie Dornen verflochten sind und sich mit Ranken umwinden, sie sollen völlig verzehrt werden wie dürres Stroh. 11 Aus dir kam der hervor, der Böses plante gegen den HERRN, der Heilloses riet. 12 So spricht der HERR: Wenn sie auch [noch so] unversehrt und noch so zahlreich sind, so sollen sie [doch] geschoren werden, und es ist vorüber! Habe ich dich auch gedemütigt, ich werde dich nicht mehr demütigen. 13 Und nun, seine Jochstange auf dir zerbreche ich, und deine Fesseln zerreiße ich.
14 Über dich aber hat der HERR geboten: Von deinem Namen soll kein Nachkomme mehr erstehen! Aus dem Haus deines Gottes werde ich das Götterbild und das gegossene Bild ausrotten. Ich bereite dir das Grab, denn du bist nichts wert.
V.7 ist schon sehr
bemerkenswert.
Gott kümmert sich um seine Leute.
Wenn er
Gericht übt, dann sorgt er dafür, dass seine Leute
nicht dabei umkommen.
Bei ihm kann man sich bergen, man kann
Zuflucht finden, man ist sicher.
Über Ninive
hingegen ist das Ende schon beschlossen.
Überschwemmende
Flut, Finsternis: Dies sind bildliche Ausdrücke für
das Gericht, das kommen wird.
Nicht zweimal wird sich die Not
erheben: Not kann man oft als Warnung verstehen. Wer in Not
kommt, denkt oft noch mal nach. Aber hier wird es keine Warnung mehr
geben.
Aber da Gott langsam zum Zorn ist, hat es wahrscheinlich
vor Nahum schon viele Warnungen für Ninive gegeben, u.a. Jona,
wo ja auch eine Umkehr von Ninive erfolgte.
Aber diese war nicht
dauerhaft.
Auch Gottes Volk, Israel, hatte unter Ninive zu leiden, und ihnen wird das Gericht über Ninive ja auch als erstes angekündigt (Nahum lebte und wirkte ja in Judäa).
Es hört sich
ganz schön hart an, wenn Gott hier so endgültig
spricht.
Aber Gott hat das Recht dazu. Und wenn er sagt, jetzt ist
Schluss, dann ist Schluss.
Das sollte uns bewusst machen, dass
Gott zu fürchten ist.
In V.1 wird die Befreiung für Judäa angekündigt.
1 Siehe,
auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Heil
verkündigt! Feiere deine Feste, Juda, erfülle deine
Gelübde! Denn von nun an wird der Heillose nicht mehr durch dich
hindurchziehen; er ist vollständig ausgerottet.
Sie
werden ermutigt, Feste zu feiern und Gelübde zu halten, weil der
Peiniger nicht mehr da sein wird.
Ausgerechnet Gelübde
?
Gelübde waren Versprechen gegenüber Gott, mit dem
Ziel, dass sie das eigene Leben positiv verändern und dass das
Leben gottwohlgefälliger wird.
Zur Freiheit gehört
es auch, dass man besser Gott dienen kann und es ist kein Wunder,
dass es hier in einem Atemzug mit Feiern genannt wird.
Gott ist
ein guter Herr und man wird immer wieder Raum und Grund zum Feiern
haben.
In dem Rest des
Kapitels wird die Kraft und der Reichtum Ninives deutlich gemacht und
wie wenig das alles nützt, wenn Gott Gericht übt.
V.14;
Siehe,
ich [will] an dich! spricht der HERR der Heerscharen. Ich werde ihre
Wagen in Rauch aufgehen lassen, und deine Junglöwen wird das
Schwert verzehren. Und ich werde deinen Raub von der Erde
verschwinden lassen, und die Stimme deiner Boten wird nicht mehr
gehört werden.
Wir haben noch gar nicht über Ninives Schuld gesprochen.
1 Wehe der Blutstadt! Ganz erfüllt mit Lüge [und] Gewalttat! Das Rauben hört nicht auf. - 2 Peitschenknall und lautes Rädergerassel! Jagende Pferde und springende Wagen, 3 wilde Reiter, flammendes Schwert und blitzender Speer! Eine Menge von Erschlagenen, Haufen von Toten und Leichen ohne Ende! Man stolpert über ihre Leichen. 4 [All das] wegen der vielen Hurereien der anmutigen Hure, der Zauberkünstlerin, die Völker verkaufte mit ihren Hurereien, und Sippen mit ihren Zauberkünsten.
Vergleichen wir das
mal mit unserer Stadt und mit unserem Land.
Da ist zum ersten
Lüge.
Die Lüge ist bei uns sowieso salonfähig.
Schon
Adenauer hat auf die Frage Herr Bundeskanzler, warum lügen
sie ? geantwortet:
Was geht mich mein Geschwätz
von gestern an.
Wenn es darum geht, Ziele durchzusetzen oder
seine Laufbahn zu schützen, dann wird ohne Ende gelogen.
Das
konnte man sehr gut bei der Schwarze-Kassen-Affäre wie auch bei
der Flug-Affäre in NRW sehen und beide Affären sind ja
anscheinend auch noch nicht vorbei.
Wahrscheinlich werden uns vor
der Wahl noch viele Lügen aufgetischt, um die Aufdeckung bis auf
nach der Wahl zu verzögern.
Dann hat der Wähler ja
erstmal einige Jahre Zeit, die Affären zu verarbeiten und zu
vergessen.
Die Gewalt ist bei
uns nicht so schlimm, obwohl es viel verborgene Gewalt gibt, und auch
viel psychische Gewalt.
Und wenn hier von Leichen ohne Ende die
Rede ist, muss man heute auch die vielen abgetriebenen Kinder
erwähnen.
Wenn sich bei den hier aufgezählten Sünden
Leute persönlich angesprochen fühlen, dann möchte ich
nochmal darauf hinweisen, dass man seine Schuld zu Jesus Christus
bringen kann und das Gott dann vergibt.
Der wichtige
Unterschied von Ninive zu uns heute ist, dass Ninive nicht nur in der
eigenen Stadt Lüge und Gewalttat hatte, sondern die Gewalt und
den Tod in viele andere Länder getragen hat.
Puh, da haben
wir noch etwas Zeit ;-)
Der V.4 ist
schwierig zu verstehen.
Ich denke mal, dass sich Ninive mit vielen
Völkern eingelassen hat und die dann hintergangen hat oder sie
haben das eine Volk an das andere verkauft.
Sie haben mit Völkern
und Sippen geschachert, halt Großmachtpolitik.
5 Siehe, ich [will] an dich! spricht der HERR der Heerscharen. Ich werde deine Säume aufdecken [bis] über dein Gesicht und werde die Nationen deine Blöße sehen lassen und die Königreiche deine Schande. 6 Ich werde Abscheuliches auf dich werfen, dich verächtlich behandeln und dich zur Schau stellen. 7 Und es wird geschehen, jeder, der dich sieht, wird von dir wegfliehen und wird sagen: Ninive ist verwüstet! Wer wird ihr Teilnahme bekunden? Woher soll ich dir Tröster suchen?
Alle Welt wird die
Schuld und die Strafe Ninives sehen.
Für die große
Stadt Ninive war der legendäre Ruf wichtig.
Sie verbreitete
Ehrfurcht und auch Schrecken.
Aber irgendwann werden alle sehen, dass es mit Ninive vorbei ist.
Es wird ein Feind kommen, der Ninive vernichten wird.
Trotz der Festungen, trotz der zahllosen Kaufleute, trotz der vielen Hofbeamten, die viele Steuern eintreiben: Nichts wird übrigbleiben.
Sie wissen noch
nichts davon oder wollen es nicht wahrhaben.
Die Botschaft von
Gottes Gericht wurde nur selten ernstgenommen, damals wie heute.
V.19 Keine Heilung für deinen Bruch! Dein Schlag ist tödlich! Alle, die die Nachricht von dir hören, klatschen über dich in die Hände. Denn über wen ist deine Bosheit nicht ständig ergangen?
Es wird auch
niemand übrigbleiben, der Ninive bedauern wird.
Der Glanz
wird zu Ende sein.
Heute ist Ninive ganz vergessen.
Man kennt
es in erster Linie nur noch aus der Bibel, im Zusammenhang mit den
Berichten über Israel..
Was ist jetzt besonders wichtig für uns aus dem Buch Nahum?
Lernen wir Gottes Wesen besser verstehen.
Er ist absolut
gerecht und gut.
Denken wir nochmal darüber nach, was in
diesem Zusammenhang heisst, wenn Gott eifersüchtig,
rächend und langsam zum Zorn
ist.
Wichtig ist es, nicht den Unterschied zwischen diesen
Eigenschaften beim Menschen und bei Gott zu vergessen.
Gott lässt
keinen ungestraft.
Aber in Jesus Christus haben wir trotzdem
Vergebung, wenn wir die Ursache unserer Strafe, unsere Schuld zu ihm
bringen.
Weiterhin ist es
wichtig, nicht zu vergessen, dass Gott Völker richten wird.
Und
Gott kann auch ein Ende setzen und keine weitere Chance mehr
einräumen, wenn er schon viele Chancen vorher eingeräumt
hat.
Er ist da vollkommen souverän.
AMEN