Leichlingen,
11.10.98
Predigt : Wie werde ich ein
Held ?
-
- Bibelstellen:
-
- 1. Chr 11, 10 - 25 ;
- -
1. Chr 12, 1 - 23 ;
- Helden
aus der Bibel :
- -
David und Jesus
-
-
Joseph von Arimathia : Lukas 23, 50-52 ; Joh. 19,38 ; Mark. 15, 42 -
44 ;
- -
Joseph, Marias Mann : Matth. 1, 18.19 ;
- -
Blindgeborener : Joh. 9 ;
- -
Paulus : 2. Kor. 11, 23 - 28 ; (zusammenfassend)
-
-
Petrus : Apg. 4, 18 - 21 ; 5, 27 - 33 ;
- -
Stephanus : 6, 8 - 15 ; 7 (Geschichte Israels) , 51 - 53 ; 7, 54 -
60 ; (Er wird gelyncht.)
-
-
Gemeinde in Philadelphia : Off. 3, 7 - 13 ;
- -
Johannes der Täufer : Matth. 3, 7 - 12 (Taufpredigt) ; Matth.
14, 3 - 5 (Ermahnung von Herodes) ;
- -
Sünderin, die Jesu Füße küßt : Lukas 7,
37.38 ;
- -
Ester : 4.5 ; 8, 3.4 ;
- -
Elia, Elisa
-
-
Glaubenszeugen aus Hebr. 11 ;
- -
u.a.
- 0. Einleitung:
-
Wer ist ein Held und wie
wird man ein Held ?
- Zumindest in der
Kindheit hat jeder mal Zeiten, wo er davon träumt, ein Held zu
sein.
-
Einmal im Mittelpunkt zu
stehen, so richtig bewundert zu werden, das wär doch was, oder
?
-
Einmal etwas
Weltbewegendes tun, etwas wirklich wichtiges, einmal für alle
den Karren aus dem Feuer reißen, das wär toll. Einmal das
entscheidende Tor schießen, einmal die Lösung haben, nach
der alle gesucht haben, das wär's doch, oder ?
-
In unserer Kindheit haben
wir das uns doch alle gewünscht, oder ? Jetzt ist man groß
und hat keine Zeit mehr für so kindische Wünsche. Jetzt
muß man den Alltag bestehen und ist froh, wenn man mehr
schlecht als recht durchkommt. Ich übertreibe natürlich
etwas.
-
Doch in der Bibel ist an
verschiedenen Stellen die Rede von erwachsenen Helden.
-
Warum also sollte man
heute nicht auch ein Held sein können ?
-
- Schauen wir uns einmal
eine Beschreibung von Davids Helden an:
-
- 1. Davids Helden
-
1.Chr 11, 10.11 ; (lesen)
-
Der erste hier
beschriebene Held, Joschobam, ist ein Soldat, dessen Heldentat es
war, 300 Gegner auf einmal erschlagen zu haben.
-
Manch einer wird mit
solchen und ähnlichen Stellen im alten Testament
Schwierigkeiten haben, scheint hier doch der Krieg verherrlicht zu
werden.
-
Dieser Kampf gegen
menschliche Feinde war damals von Gott verordnet. Es gab im Lande
Kanaan einige Völker, denen Gott das Gericht angekündigt
hat, nach dem das Maß ihrer Schuld voll war. Und Israels
Auftrag war es, diese Völker zu vertreiben oder zu vernichten,
wenn sie sich nicht vertreiben ließen. Ich bin sicher, daß
dieser Auftrag für Israel auf diese Völker und auch auf
die Zeit des damaligen Israels beschränkt war. Kriege gegen
andere Völker haben die Israeliten nur geführt, wenn sie
sich verteidigen mußten (Moab, Amnon, Edom, usw.).
-
Man kann also keinesfalls
aus diesem oder einem anderen ähnlichen Text schließen,
daß man wie im ersten Weltkrieg, jucheeh, zu den Waffen
greifen und gegen ein anderes Land marschieren muß, um ein
Held in Gottes Augen zu sein.
-
Aber diese Kriege von
Israel sind uns deswegen überliefert, weil wir daraus lernen
können. Wir haben nämlich auch einen Feind, den Satan, der
verschiedene Soldaten gegen uns marschieren läßt, z.B.
Versuchungen, Verführungen, Ängste, u.v.m.
-
Der in V.11 erwähnte
Held, Joschobam, erschlug 300 Gegner auf einmal, und wir haben ja
oft schon Schwierigkeiten, EINER Versuchung zu widerstehen.
-
Ich möchte nun mit
euch die Eigenschaften der Helden betrachten.
-
In
V. 10 sind schon zwei beschrieben: Mut und Beistand.
Die Helden sind ihrem Herrn treu ergeben und stehen ihm bei, zu
einem Zeitpunkt, wo er noch gar nicht die Regentschaft über
Israel hatte.
-
Ich möchte nun V. 12
- 25 lesen und mit euch weitere Eigenschaften von Helden betrachten:
-
(1.Chr 11, 12 - 25 lesen)
-
Das mit den Dreien, Zweien
und Dreißig ist ein bißchen verwirrend, aber es scheint
so zu sein, daß es drei besonders herausragende Helden gab,
die zu einer Gruppe mit dreißig Helden gehörten, welche
auch hervorgehoben werden, allerdings nicht so in dem Maße wie
die drei..
-
Zu Anfang möchte ich
betonen, daß David auch selber ein Held war. Er hält
zusammen mit dem extra erwähnten Helden Eleasar zu zweit ein
Gerstenfeld gegen ein Heer von Philistern. Auch unser Herr Jesus
Christus ist ein Held. Er hat für uns gelitten und ist für
uns gestorben. Er trat zwar nicht auf und sah auch nicht aus, wie
wir uns gemeinhin einen Helden vorstellen, aber er war einer. Das
wird sicherlich auch dadurch deutlich, wenn wir gleich weitere
Helden betrachten werden. Jesus hat deren positive Eigenschaften
sowieso. Er hat sich mit dem größten, existierendem
Feind, mit dem Satan, angelegt und ihn besiegt. Was könnte
heldenhafter sein ?
-
Aber nun schauen wir uns
mal die einzelnen Helden an:
-
In V.12 sehen wir Eleasar,
mit dem David zusammen das Gerstenfeld gegen ein Heer Philister
verteidigt hat.
-
Er
war sehr tapfer. Er hatte anscheinend keine Angst vor
dem Feind und er war bereit, mit wenigen gegen viele
anzutreten.
-
Mit
wenigen gegen viele anzutreten ist nicht immer beliebt. Bei Aufgaben
in der Gemeinde fällt es einem oft leichter etwas zu tun, wenn
die Mitarbeiterschaft größer ist. "Wenn noch ein
paar mit machen, dann mache ich auch mit." scheint manchmal
unausgesprochen im Raum zu stehen. Aber: "Mit meinem Gott
kann ich über eine Mauer springen" steht in den
Psalmen. Und Gott wirkt durch David und Eleasar. Es steht
ausdrücklich in V. 14 ; "so schaffte der Herr eine
große Rettung."
-
Als nächstes wird in
V. 15 - 19 beschrieben, wie die drei Helden für David Wasser
aus dem Feindeslager holen. Nun war Davids Wunsch wahrscheinlich
eher so dahingesagt, sonst hätte er nicht so nachher reagiert.
-
Aber
die drei Helden wollen das Verlangen ihres Herrn erfüllen,
koste es, was es wolle.
- Unser Herr Jesus hat
keine menschlichen Fehler und deswegen können wir davon
ausgehen, daß die Wünsche unseres Herrn nicht so
leichtfertig wie Davids Wunsch hier sind.
-
Was hat unser Herr für
einen Wunsch ? Z.B. steht in 1.Tim. 2, 4 ; daß Gott will, daß
alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit
kommen. Sind wir auch manchmal so tollkühn wie die drei Helden
hier, um unserem Herrn seinen Wunsch zu erfüllen ? Ich habe
letztens im Zug einen Jugendfreund von mir getroffen, den ich
zuletzt vor ca 13 Jahren, also bevor ich Christ war, gesehen hatte.
Wir redeten über alles mögliche, Heirat, Hausbau, usw.,
aber das, was mir am wichtigsten ist, Jesus, habe ich nicht erwähnt.
Man kann natürlich jetzt sagen, es war nicht die richtige
Gelegenheit da, usw. aber manchmal kommen mir solche
Rechtfertigungen wie billige Ausreden vor. Ich möchte jetzt
hier nichts verallgemeinern sondern nur zum Nachdenken anregen.
-
Also kurzum: Wie ein Held
kam ich mir nicht vor ;-)
-
In V. 20 - 25 werden noch
Abischai und Benaja beschrieben. Abischai war ein erfolgreicher
Soldat, der ebenso wie der vorhin erwähnte Joschobam 300 Gegner
auf einmal erschlagen hatte.
-
Benaja
war groß an Taten und hatte mehrere übermächtige
Feinde besiegt.
-
Wir haben heute eigentlich
nur einen Feind, Satan, der aber wirklich übermächtig
wäre, wenn Jesus ihn nicht besiegt hätte. Wir können
dem Satan durch Anwenden der Bibel, wie es Jesus z.B. in der Wüste
machte, und durch Beten widerstehen. Und nur durch Gebet können
auch heldenhafte, große Taten entstehen, entweder durch uns
oder durch andere. Die eigentlichen Helden sind oft die Beter.
-
Anscheinend
war Benaja auch äußerst verläßlich,
sondern hätte David ihn nicht über seine Leibwache
eingesetzt.
-
Verläßlichkeit
sollte eine unserer wichtigsten Tugenden werden. Zusagen müssen
eingehalten werden, Geliehenes muß zurückgegeben werden,
da sein für Geschwister und Freunde in Not, usw. Da muß
ich mich oft noch an meiner eigenen Nase packen.
-
In
den V. 26 - 47 werden eine ganze Menge Namen aufgeführt. Davon
möchte ich einen erwähnen, nämlich Uria, der
Hetiter. Er war anständig und aufrichtig. In 2.
Sam 11 wird beschrieben, wie er gegenüber seinen
Kriegskameraden nicht bevorteilt werden wollte. Er wollte auch nicht
heimlich zu seiner Frau gehen, sondern er wollte im Kriegsdienst so
lange bleiben, bis der Kampf zusammen mit den Kameraden geschafft
ist. Dadurch kann David ihn nicht dazu mißbrauchen, seine
Sünde zu vertuschen. Diese Begebenheit ist auch ein Beispiel
dafür, daß auch so Helden wie David in Sünde fallen
und sogar schwere Verbrechen begehen können. Er bereut es aber
nachher aufrichtig und Gott vergibt ihm.
-
- In Kap. 12 der 1.
Chronik werden noch weitere Leute aufgeführt, die als Helden
bezeichnet werden.
-
Von denen möchte ich
noch den Punkt mit den Waffen aufgreifen.
-
- 2. Waffenrüstung
-
V.
1.2 ; (lesen) Sie waren geschickt im Umgang mit ihren Waffen.
Da drängt sich manchem sicherlich als Parallele der Abschnitt
Eph 6, 10 - 17 mit der geistlichen Waffenrüstung auf.
-
Eph 6, 10 - 13 ; (lesen)
-
Ich möchte diesen
Abschnitt nicht in allen Einzelheiten betrachten sondern nur die
einzelnen Waffen anführen:
-
V.14 - 17 ; (lesen, dabei
die Waffen hervorheben)
-
Wahrheit,
Gerechtigkeit, Bereitschaft zur Verkündigung des
Evangeliums des Friedens, Glauben, Heil, Wort
Gottes.
-
Zum
Thema Wahrheit hatte ich letztens ein kleines Erlebnis. Ich
hatte meinen Zug in Opladen verpaßt und habe dann den nächsten
genommen. Der fährt aber nicht bis Bonn durch, so daß ich
in Köln umsteigen mußte. In Köln habe ich aber bei
dieser Verbindung nur 2 Min Zeit, um umzusteigen, und da der Zug in
Opladen verspätet war, habe ich meinen Anschluß verpaßt.
Für solche Fälle kann man den Schaffner fragen und der
gibt einem einen Zettel, mit dem man dann ausnahmsweise den IC
benutzen darf. Nun war das Problem, daß als Anschlußzug
nur gilt, wenn man 5 Min Zeit zum Umsteigen hat, ich hatte aber nur
zwei. Also sagte mir die Schaffnerin, daß ich eigentlich
keinen Anspruch auf Benutzung des IC's habe, weil ja der Zug, den
ich verpaßte, sowieso nicht als Anschlußzug gilt. Aber
dann sagte sie, "ich will mal nicht so sein" und gab mir
den Zettel, um mit dem IC zu fahren. Auf dem Zettel hat sie dann die
Ankunftszeit meines Zuges so weit nach vorne verlegt, daß auf
einmal 5 min Übergang da waren. Wahrscheinlich muß sie
über alle diese Zettel Rechenschaft abgeben. Sie hat also für
mich gelogen. Ich bin dann mit dem IC gefahren und habe mir dann
aber überlegt, daß ich eigentlich nicht möchte, daß
jemand für mich lügt. Wohlgemerkt, ich selber habe nicht
gelogen, aber jemand anders hat für mich gelogen.
- Wie wichtig ist uns
die Wahrheit ? Haben wir die Wahrheit lieb, oder versuchen wir
möglichst knapp an der Lüge vorbeizuschrammen ?
-
Aber auch die anderen
Waffen sind genauso wichtig:
- Gerechtigkeit:
Meistens entwickeln wir einen ziemlichen Gerechtigkeitssinn, wenn
man uns unrecht getan hat. Treten wir auch für andere ein ?
Verstehen wir auch im Alltag die Gerechtigkeit Gottes, daß
Gott uns vergeben hat und wir deshalb auch vergeben sollen ?
- Sind
wir bereit, das Evangelium zu verkündigen, auch wenn wir
uns dabei lächerlich machen, oder wenn wir dabei auf
Unverständnis stoßen ? Wenn die Leute sagen "Hä,
was soll das denn jetzt ?" ?
-
Glauben
wir, das Gott wirklich da ist und diejenigen, die ihn suchen
belohnen wird, so wie es in Heb. 11, 6 steht ? Glauben wir, das
Gott unser Gebet hört ?
-
Haben
wir Heilsgewißheit ? Sind wir gewiß, daß
wir in den Himmel kommen ? Das ist ganz wichtig, sonst bleibt immer
eine Restangst und das mindert die Freude am Herrn Jesus.
-
Kennen
wir uns in der Bibel aus und ist sie uns lieb und teuer ?
Wieviel lesen wir drinnen ? Können wir unsere Meinungen anhand
der Bibel begründen, oder halten wir uns nur an schlaue Bücher
und schlaue Menschen ?
-
Ist es uns zuwider, wenn
Leute leichtfertig die Bibel als veraltet und widersprüchlich
bezeichnen ? Wohlgemerkt, nicht die Leute, die so etwas behaupten
sollen uns zuwider sein, sondern diese Denkweise.
-
Wäre unsere Gemeinde
wirklich im Bestand bedroht, wenn man alle unsere Bibeln verbrennen
würde ? Mit diesem Bild hat Gerhard Oncken die baptistische
Bewegung beschrieben.
-
- 3. Beispiele
-
Ich möchte nun anhand
einiger weiterer Helden aus der Bibel das Gesagte vertiefen.
-
- Bei Helden fallen
Bibellesern wohl zuerst Leute wie Paulus und Stephanus ein, die
öffentlich Jesus bezeugt haben und dafür Schläge
einstecken mußten oder sogar umgebracht wurden.
- Stephanus bezeichnete
in Apg. 7, 51-53 die Hinrichtung von Jesus als Mord und griff damit
die religiöse Obrigkeit an. Als er dann noch Jesus als Gottes
Sohn bekennt, wird er gelyncht.
- Paulus hat auch bei
vielen Gelegenheiten und an vielen Orten öffentlich Jesus
bekannt und hat dafür oft Schläge und ähnliches
bekommen.
-
In 2. Kor. 11, 23 - 28
beschreibt er, was er alles mitgemacht hat (lesen). Er zählt
nicht alles auf, um damit anzugeben, sondern ... lest selber nach in
2. Kor 11; .
-
Ist so ein Verhalten
wirklich heldenhaft oder einfach nur irrsinnig ? Hat Paulus die
Schläge genossen, oder gefiel er sich in der Rolle eines
Leidenden ? Warum sich für ein paar Worte schlagen lassen ?
-
Die Erklärung gibt
Petrus in einem Verhör:
-
Apg 4, 18 - 21 ; (lesen)
-
"Es
ist uns unmöglich, von dem was wir gesehen und gehört
haben, nicht zu reden." Erleben wir auch Dinge, von denen
wir unbedingt reden müssen ?
-
Petrus wird später
noch mal verhört : Apg. 5, 27 - 33 ; (lesen)
-
"Wir
sind Zeugen von diesen Dingen," Daß Jesus Herr und
Heiland ist und Vergebung der Sünden gibt, war ihm so wichtig,
daß er dafür sogar Schläge in Kauf nahm. Sie nahmen
es mit gesamten jüdischen Obrigkeit auf, obwohl sie keinerlei
Machtmittel und daher, menschlich gesehen, in der schwächeren
Position waren. Aber Jesus hat sich zu ihnen gestellt und dafür
gesorgt, daß sein Wort wirkt und Leute zum Glauben kommen,
damals wie heute.
-
- Ich möchte nun
noch einige weniger offensichtliche Helden vorstellen.
-
Da
ist zum einen der Blindgeborene aus Joh. 9. Er hatte ein Problem, er
war blind geboren. Dann hat Jesus ihn an einem Sabbat geheilt. Dann
hatte er ein anderes Problem. Jesus war zu diesem Zeitpunkt sehr
umstritten. Und dann hat er noch am Sabbat geheilt, das geht
nun wirklich nicht. Der ehemalige Blindgeborene wird nun mehrfach
befragt, und die letzte Befragung endete so : Joh. 9, 24 - 34 ;
(Zügig lesen). Man könnte den Blindgeborenen zu diesem
Zeitpunkt sicherlich noch nicht als Christen bezeichnen, aber er
steht mutig alleine zu seiner Erkenntnis, und das vor dem hohen Rat
und gegen die Meinung des hohen Rates, der ja die letzte Instanz in
religiösen Fragen ist und Leute auch aus der religiösen
Gemeinschaft ausstoßen kann, was ja mit ihm dann auch
passiert. Er nimmt dieses Risiko für Jesus in Kauf. Jesus sucht
ihn danach auf und nimmt ihn auf und er wird Jesu Jünger.
- Ein weiterer nicht so
offensichtlicher Held ist Joseph, der Mann von Maria (Matth. 1,
18.19 lesen). Joseph will Schimpf und Schande auf sich nehmen, um
Maria nicht in Mißkredit zu bringen. Er ist mutig und
anständig. Und er würde dafür niemals irgendeine
Anerkennung bekommen, weil die Wahrheit ja keinem sagen dürfte.
-
Gott greift ja dann ein
und macht ihm klar, daß er Maria nicht verlassen soll (V.20).
-
- Ein weitere Heldin ist
die Sünderin aus Lukas 7, 36-38 (lesen). Sie stellt sich vor
den anderen bloß. Sie war eine verachtete Person, überall
stieß ihr Ablehnung und Verachtung entgegen. Aber sie will
demjenigen, von dem sie sich Hilfe erhofft, etwas gutes tun und läßt
sich durch keine Umstände davon abhalten.
- Wir können ja oft
mit Ablehnung nicht so gut umgehen und wenn man uns nicht ernst
nimmt oder gar verachtet, das würde uns sehr treffen. Aber für
die Frau war Jesus einfach wichtiger als die ganzen Umstände.
-
- Als letzen Held möchte
ich einen richtigen Antiheld vorstellen: Joseph von Arimathia.
-
Er wird in den Evangelien
verschieden beschrieben:
-
Lukas 23, 50.51 ; (lesen)
also ein guter und gerechter Mann
-
Joh 19, 38 ; (lesen) also
ein ängstlicher Mann. Das ist ja nun nicht unbedingt jemand,
den man als Helden präsentieren kann, oder.
-
Mark.
15, 42 - 44 ; (lesen) Dieses eine Wort "er wagte es"
drückt es aus, warum er ein Held ist.
- Es ist nicht jeder
dazu geboren, öffentlich zu reden, öffentlich aufzutreten.
Viele wirken lieber im Verborgenen, sind vielleicht auch etwas
ängstlich. Aber es kommt die Situation, wo man für Gott
über seinen Schatten springen muß. Diese Stunde war
Josephs Stunde. Es kostete ihn vielleicht viel Überwindung,
aber er hat es gemacht. Er wollte seinem Herrn etwas Gutes tun, ein
würdiges Begräbnis. Er war sich über die
bevorstehende Auferstehung sicherlich nicht im Klaren, aber seine
Motive waren sicherlich richtig.
-
Gott hilft einem, wenn die
Stunde kommt, wo man mutig sein muß, wo man sogar ein Held
sein muß; dann ist er da.
-
- Zum Abschluß
möchte ich die Eigenschaften der Helden nochmal aufzählen,
die auch bei den gerade angeführten nicht so offensichtlichen
Helden vorhanden waren:
-
Mut,
Beistand, Tapferkeit, keine Angst, mit
wenigen gegen viele, das Verlangen ihres Herrn erfüllen,
groß an Taten, übermächtige Feinde
besiegt, verläßlich, anständig,
aufrichtig, geschickt im Umgang mit ihren Waffen
-
- Auf, laßt uns
Helden werden.
-
AMEN